Artur Becker liest aus seinem neuen Roman "Drang nach Osten"

»Ich schreibe, weil ich nur schreibend die Welt und
den Menschen verstehen und lieben kann. Und
ich schreibe auch deshalb, weil ich Sehnsucht nach
meinem Land und seinen Leuten habe.«
Artur Becker

 

 

Zum Buch
Arthur, Ende 40, stammt aus Masuren und lebt als Historiker und Schriftsteller in Bremen.
Für Recherchen besucht er seinen Onkel Stanisław in Kalifornien und erfährt von dem
ehemaligen Stalinisten, dass er 1945 freiheitshungrige Menschen gefoltert hat, darunter
auch Arthurs polnischen Großvater. Schockiert beschließt Arthur sein nächstes Buch ganz
den Schicksalen seiner Großeltern zu widmen, die damals in Masuren ein neues Leben
begonnen haben. Und so gerät er rasch in die Zeit unmittelbar nach Kriegsende, zu
entsetzlichen Entschlüssen und Taten, die über Leben und Tod entscheiden. Arthur
bedrängen die immer gleichen Fragen: Wie konnten all die Verbrechen geschehen? Woher
nur kommt das Böse? Was ist Freiheit – und was ihr Preis? Besessen vom Denken des
Undenkbaren begegnet er Malwina, einer alten Freundin aus Warschau. Mit ihr verbindet
ihn eine unglückliche Liebe, die ihm jedoch plötzlich überwindbar erscheint. Wird es Arthur
gelingen, mit Malwina ein gemeinsames Leben in Masuren anzufangen und die Schatten des
Vergangenen in einer neuen Gegenwart zu vergessen?

Die Essenz des Erzählten ist in zwei Kapiteln konzentriert.
Es geht darin um zwei junge Frauen, die Deutsche Irmgard, ein Dienstmädchen bei ostpreußischen
Adligen und glühenden Hitler-Anhängern, und die Polin Renata, eine Zwangsarbeiterin, die im Herbst
1945 im ehemaligen Ostpreußen, das nun zu Polen gehört, in dem Dorf Galiny einander helfen
müssen, wenn sie den Hunger, die plötzlichen Überfälle durch marodierende Soldaten der Roten
Armee und durch Landstreicher sowie die Launen und Gewalttaten der neuen Machthaber, der
polnischen Kommunisten, überstehen und überleben wollen. Sie bangen auch um das Leben ihrer
Familienangehörigen und ihrer Männer. Zwei junge Frauen, Vertreterinnen der Opfer und Täter, sind
dazu verurteilt, in der postapokalyptischen Welt nach dem Zweiten Weltkrieg zusammenzuarbeiten
und ihren Kampf gegen die überall herrschende Anarchie gemeinsam zu führen. Obwohl der Krieg zu
Ende ist, herrscht in den ersten Wochen und Monaten in dem neuen Polen kein Frieden, und die
beiden Frauen leiden weiter: Für sie ist der Krieg noch nicht zu Ende. Wie er weder für die Opfer
noch für die Täter zu Ende ist.

26.03.2019 - 19:30
hier in der BuchLandung
8 €
Becker, Artur
Weissbooks GmbH
ISBN/EAN: 9783863371197
24,00 € (inkl. MwSt.)